Hancho

Der Hancho führt eine kleine Gruppe von etwa fünf bis acht Menschen, arbeitet selbst mit und ist der Erste, der eingreift, wenn etwas vom Standard abweicht.

Hancho: Der Hancho führt eine kleine Gruppe von etwa fünf bis acht Menschen, arbeitet selbst mit und ist der Erste, der

Beispiel:
In einer Großküche mit 40 Beschäftigten gibt es vier solcher Gruppen. Der Verantwortliche für die Kalte Küche kocht selbst mit, kennt jeden Handgriff und steht so, dass er alle sechs Plätze im Blick hat.

Fällt jemand aus, springt er ein, statt eine Meldung nach oben zu geben. Kommt eine Sonderbestellung, entscheidet er selbst, welcher Platz sie übernimmt. Läuft etwas dreimal schief, nimmt er es mit in die Morgenrunde.

Der Unterschied zur klassischen Vorarbeiterrolle liegt in der Zeit: Etwa die Hälfte seines Tages ist Mitarbeit, die andere Hälfte Anlernen, Beobachten und Abweichungen klären. Beides ist eingeplant, keines davon nebenbei.

In einer Pflegestation heißt dieselbe Rolle Schichtleitung — und funktioniert nur dann, wenn diese Person nicht voll in den Dienstplan eingerechnet wird.

Vorteile:
+ die Abweichung wird dort gelöst, wo sie entsteht: Eine Stufe weniger im Meldeweg spart pro Fall Stunden und verhindert, dass sich Probleme sammeln
+ er ist die einzige Führungsrolle, die den Standard aus eigener Anschauung kennt — was er anweist, hat er selbst gemacht

Hinweise:
Die Rolle scheitert regelmäßig an der Rechnung: Wer den Hancho voll in die Besetzung einplant, bekommt einen Mitarbeitenden mit Zusatzaufgaben und keine Führung. Die Zeit für Anlernen und Klären muss in der Planung stehen.
Fünf bis acht Menschen sind keine Ordnungszahl, sondern die Grenze, ab der Beobachten nicht mehr geht. Wer zwölf führt, verwaltet.

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