Toyota-Produktionssystem (TPS)
Das Toyota-Produktionssystem, englisch Toyota Production System und deshalb meist TPS abgekürzt, ist das Ganze, aus dem alle Lean-Werkzeuge stammen: zwei Grundgedanken, ein Fundament und ein Ziel, das sie zusammenhält.

Beispiel:
Ein Zulieferer führt Kanban ein und senkt den Bestand um 30 Prozent. Ein Jahr später liegt er wieder auf dem alten Stand.
Die Ursache steht im Aufbau des Systems. Kanban gehört zum ersten Grundgedanken, Just in Time: Es wird nur geholt, was gebraucht wird. Der zweite Grundgedanke, Jidoka, fehlte: Fehler wurden nicht sofort sichtbar, also lief die Fertigung weiter und produzierte Ausschuss, den der Bestand auffangen musste.
Auch das Fundament fehlte. Ohne geglättete Menge und ohne Standard schwankte die Abrufmenge so stark, dass die Karten nicht mehr reichten — und die Leitung erhöhte die Bestände wieder, damit die Linie nicht stand.
Kein Werkzeug des Systems wirkt allein. Wer eines herausgreift, bekommt einen Effekt für ein Jahr und danach die Erklärung, Lean funktioniere hier nicht.
Vorteile:
+ es macht die Reihenfolge klar: Erst Stabilität und Standard, dann Fluss, dann Ziehen — jede andere Reihenfolge kostet die Wirkung
+ es beantwortet die Frage, warum ein einzelnes Werkzeug versagt, ohne dass jemand Schuld sein muss
Hinweise:
Das Ziel des Systems ist nicht Personalabbau, sondern die kürzeste Zeit von der Bestellung bis zum Geld — bei gleichbleibender Qualität. Alles andere sind Mittel dazu, und jedes Mittel ohne dieses Ziel wird zum Selbstzweck.
Es ist bewusst ein Bild von einem Haus: Ohne Fundament tragen die Säulen nicht, und ohne Säulen hält das Dach nicht. Das ist keine Metapher zur Zierde, sondern die Reihenfolge der Einführung.
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