Hansei
Hansei ist der feste Rückblick nach einem Vorhaben, in dem offen benannt wird, was nicht gut lief — auch dann, wenn das Ergebnis stimmt.

Beispiel:
Eine Stadtbibliothek hat die Selbstverbuchung eingeführt. Das Ziel war erreicht: 62 Prozent der Ausleihen laufen darüber, geplant waren 50.
Im Rückblick von 90 Minuten kommt anderes auf den Tisch. Die Schulung der Aushilfen fiel zweimal aus, weil der Termin mit der Inventur kollidierte. Die Beschriftung der Geräte entstand erst nach vier Wochen, bis dahin fragten die Leute an der Theke. Und die Rückgabeklappe wurde nicht mitbedacht, sodass in den ersten drei Wochen doppelt gearbeitet wurde.
Keiner dieser Punkte steht im Abschlussbericht, weil das Ziel erreicht ist. Genau deshalb ist der Rückblick fest terminiert und nicht vom Ergebnis abhängig.
Was ihn von einer Manöverkritik unterscheidet: Es wird nicht gefragt, wer, sondern was beim nächsten Mal anders vorbereitet wird — und wer das aufschreibt.
Vorteile:
+ er trennt Ergebnis und Vorgehen: Ein erreichtes Ziel beweist nicht, dass der Weg dorthin gut war — ohne diese Trennung wird ein glücklicher Zufall zur Methode erklärt
+ er macht die Erfahrung übertragbar: Was im Kopf des Beteiligten bleibt, hilft beim nächsten Mal niemandem
Hinweise:
Damit jemand offen spricht, muss vorher feststehen, dass es keine Folgen für die Person hat. Wo das nicht glaubwürdig ist, entsteht eine Runde mit Nennung von Kleinigkeiten — und die eigentlichen Punkte bleiben ungesagt.
Der Rückblick gehört terminiert, bevor das Vorhaben beginnt. Wer ihn danach ansetzt, setzt ihn nicht an: Nach dem Abschluss ist immer schon das nächste Thema dringender.
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