Mock-Up-Simulation (Cardboard-Engineering)
Mock-Up-Simulation, auch Cardboard-Engineering genannt — auf Deutsch etwa Pappmodellbau —, heißt: Ein Arbeitsplatz wird zuerst aus Pappe und Holz nachgebaut und durchgespielt, bevor er gebaut wird.

Beispiel:
Vor dem Umbau einer Montagelinie wurden die Arbeitsplätze aus Pappe, Holzlatten und Klebeband im Maßstab eins zu eins aufgebaut. Kosten: zwei Tage und etwas Material.
Dann wurde durchgespielt, was dort täglich geschieht. Dabei fiel auf, dass zwei Behälter außerhalb der Reichweite standen, dass eine Tür in den Arbeitsbereich aufging, und dass eine große Person nicht unter das obere Fach greifen konnte.
Drei Änderungen, die im Pappmodell zehn Minuten kosteten. In der fertigen Anlage hätten sie einen Umbau bedeutet.
Die Beteiligten sind dabei entscheidend: Nicht die Planung spielt durch, sondern die Menschen, die dort arbeiten werden. Sie finden in einer Stunde mehr als jede Zeichnungsprüfung.
Dasselbe geht im Büro mit einem Raum, Tischen und Papierschildern: Wo steht der Drucker, wo die Ablage, wie oft läuft jemand daran vorbei?
Vorteile:
+ Fehler in der Anordnung fallen im Modell auf, wo sie zehn Minuten kosten, und nicht in der fertigen Anlage, wo sie einen Umbau bedeuten
+ die künftigen Nutzer können mitentscheiden, weil ein Pappmodell jeder versteht — eine Zeichnung können die wenigsten lesen
Hinweise:
Das Modell muss im Maßstab eins zu eins stehen. Ein verkleinertes Modell zeigt die Anordnung, aber nicht, ob jemand hinkommt.
Ohne festgelegte Fragen wird es eine Besichtigung. Vorher sollte feststehen, was geprüft wird: Reichweiten, Wege, Sicht, Übergaben.
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