OKR (Objectives and Key Results)
OKR steht für Objectives and Key Results, auf Deutsch Ziele und Schlüsselergebnisse: ein Ziel in Worten, dazu zwei bis vier Zahlen, an denen sich das Erreichen ablesen lässt.

Beispiel:
Das Ziel wird bewusst in Worten formuliert und darf ehrgeizig klingen: „Unsere Kunden bekommen Antworten, ohne nachfragen zu müssen.“ Daran allein lässt sich nichts messen — deshalb kommen die Schlüsselergebnisse dazu.
Drei Zahlen dafür: Anteil der Anfragen mit Antwort am selben Tag von 46 auf 80 Prozent. Zahl der Nachfragen zum selben Vorgang von 210 auf 80 im Quartal. Anteil der Anfragen, die beim ersten Mal vollständig beantwortet werden, von 61 auf 85 Prozent.
Das Ziel gilt ein Quartal. Danach wird nicht bewertet, sondern besprochen: Was haben wir gelernt, was nehmen wir mit?
Der übliche Fehler ist, Aufgaben als Schlüsselergebnisse einzutragen — „neues System einführen“ ist eine Tätigkeit, keine Wirkung. Die Frage lautet: Woran merkt jemand von außen, dass wir das Ziel erreicht haben?
Der zweite Fehler ist die Kopplung an Gehalt. Sobald davon Geld abhängt, werden die Zahlen so gesetzt, dass sie sicher erreicht werden.
Vorteile:
+ die Trennung zwischen Ziel in Worten und Zahlen dahinter zwingt zu der Frage, woran das Erreichen erkennbar wäre — und die wird sonst nie gestellt
+ zwei bis vier Zahlen je Ziel begrenzen die Zahl der Vorhaben von selbst
Nachteile:
- an Gehalt gekoppelt verkehrt sich die Wirkung: Dann werden nur noch Ziele gesetzt, die ohnehin erreicht werden
- ohne regelmäßigen kurzen Abgleich während des Quartals bleibt es ein Aushang vom ersten Tag
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