U-Form-Zelle
In einer U-Form-Zelle stehen die Arbeitsschritte im Halbkreis, sodass Anfang und Ende nebeneinanderliegen und eine Person mehrere Schritte übernehmen kann.

Beispiel:
Eine Werkstatt für Hörgeräte hatte sechs Schritte in einer Reihe von 14 Metern: Auftrag prüfen, Rohling fräsen, schleifen, Elektronik einsetzen, prüfen, verpacken. Wer vom letzten Schritt zum ersten zurückwollte, ging 14 Meter.
Dieselben sechs Schritte stehen jetzt im U auf einer Fläche von 4 mal 3 Metern. Der Weg vom Ende zum Anfang beträgt 2 Meter. Eine Person kann alle sechs Schritte gehen, zwei Personen teilen sich das U in zwei Hälften, drei Personen in Drittel.
In einer Zulassungsstelle sieht dasselbe so aus: Vier Schalter im Halbkreis statt in einer Flucht. Eine Kraft besetzt in ruhigen Zeiten alle vier, bei Andrang sitzen drei nebeneinander — ohne dass Antragsteller den Platz wechseln.
Die gerade Reihe kann das nicht: Dort ist die Besetzung fest, weil der Rückweg zu lang ist.
Vorteile:
+ die Besetzung lässt sich am Kundentakt ausrichten, ohne den Ablauf zu ändern — das ist der einzige Grund für die Form, alles andere ist Nebenwirkung
+ Anfang und Ende liegen nebeneinander: Wer einlegt, sieht gleichzeitig, was herauskommt, und bemerkt einen Fehler in Sekunden statt am Schichtende
Hinweise:
Die Form allein bringt nichts. Sie wirkt nur zusammen mit Mehrfachqualifikation und aufgeschriebenen Besetzungsstufen — sonst steht ein U da, in dem trotzdem sechs Menschen an sechs festen Plätzen arbeiten.
Die Öffnung des U gehört zur Seite, von der Material kommt und Fertiges geht. Wer sie zur Wand dreht, hat sich den Vorteil der kurzen Wege wieder verbaut.
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