MTM (Methods-Time Measurement)
MTM steht für Methods-Time Measurement, auf Deutsch Arbeitsablauf-Zeitanalyse: Eine Tätigkeit wird in Grundbewegungen zerlegt, jede hat eine festgelegte Zeit, und die Dauer entsteht durch Rechnen statt durch Stoppen.

Beispiel:
In einer Montage soll eine neue Tätigkeit geplant werden, die es noch nicht gibt. Eine Stoppuhr hilft nicht, weil niemand sie ausführt.
Die Tätigkeit wird in Grundbewegungen zerlegt: hinlangen, greifen, bringen, fügen, loslassen. Für jede gibt es je nach Entfernung, Gewicht und Genauigkeit eine Normzeit. Die Summe ergibt 41 Sekunden — vor dem ersten Handgriff.
Der zweite Nutzen zeigt sich beim Vergleich zweier Anordnungen. Liegt das Teil 50 statt 30 Zentimeter entfernt, verlängert das Hinlangen um Bruchteile einer Sekunde. Bei 900 Stück am Tag sind das 12 Minuten — sichtbar, bevor der Tisch gebaut ist.
Dieselbe Rechnung funktioniert im Büro: Ein Formularfeld auf der zweiten Seite kostet ein Blättern, und das Blättern hat eine Normzeit.
Vorteile:
+ es liefert eine Dauer für Tätigkeiten, die es noch nicht gibt — die einzige Methode, mit der ein Arbeitsplatz vor dem Bau bewertet werden kann
+ es macht Anordnungen vergleichbar, ohne dass jemand beobachtet wird: Die Diskussion geht um Zentimeter und Griffe, nicht um Menschen
Hinweise:
MTM misst die Methode, nicht den Menschen. Die Normzeit gilt für eine eingearbeitete Person bei der vereinbarten Arbeitsweise — sie ist keine Vorgabe, die jemand einzuhalten hätte, und schon gar kein Maßstab für Leistung.
Die Zerlegung lohnt sich nur bei häufiger Wiederholung. Für eine Tätigkeit, die dreimal im Jahr vorkommt, ist der Aufwand größer als jeder Nutzen.
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