Minimum Viable Product (MVP)
Minimum Viable Product heißt auf Deutsch kleinstes brauchbares Erzeugnis: die einfachste Fassung, mit der sich prüfen lässt, ob jemand die Sache überhaupt will.

Beispiel:
Ein Anbieter wollte ein Portal für Terminvergaben bauen. Geplant waren neun Monate Entwicklung, danach hätte man gewusst, ob es angenommen wird.
Stattdessen wurde in zwei Wochen eine einfache Seite mit einem Formular gebaut. Die Termine trug jemand von Hand in den Kalender ein. Für den Nutzer sah es aus wie ein Portal, dahinter saß ein Mensch.
Nach vier Wochen war klar: Die Terminvergabe wollte kaum jemand, aber 60 Prozent fragten nach einer Erinnerung vor dem Termin. Gebaut wurde am Ende etwas anderes als geplant — und neun Monate waren nicht verloren.
Der häufigste Fehler ist, das Wort als Ausrede für schlechte Arbeit zu nehmen. Kleinst heißt wenig Umfang, nicht wenig Sorgfalt. Was der Nutzer bekommt, muss funktionieren, sonst prüft man nur seine Geduld.
Vorteile:
+ die Antwort kommt, bevor das Geld ausgegeben ist — das ist der einzige Zweck, und er entscheidet über den Aufwand aller weiteren Monate
+ was von Hand erledigt wird, ist oft schneller gebaut als ein Programm und liefert dieselbe Erkenntnis
Hinweise:
Ohne vorher festgelegte Frage ist es kein Versuch, sondern ein erster Entwurf. Vor dem Bauen muss stehen: Woran erkennen wir, dass es angenommen wird?
Ein kleinstes Erzeugnis für interne Abläufe ist genauso möglich: eine Vorlage auf Papier, bevor jemand ein Formular programmiert.
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