Fail fast, fail early
Fail fast, fail early heißt auf Deutsch früh und schnell scheitern: Ein Irrtum soll so früh wie möglich auffallen, weil er dann fast nichts kostet.

Beispiel:
Der Grund ist eine Rechnung, keine Haltung. Ein Fehler, der in der Planung auffällt, kostet die Änderung eines Blattes. Derselbe Fehler in der Fertigung kostet Material und Zeit. Beim Kunden kostet er Nacharbeit, Fracht, Gutschrift und Vertrauen.
In der Praxis wird das Verhältnis oft mit 1 zu 10 zu 100 zu 1.000 beschrieben: Was in der Planung einen Euro kostet, kostet in der Vorbereitung zehn, in der Ausführung hundert und beim Empfänger tausend.
Daraus folgt nicht, dass Fehler gut sind. Es folgt, dass man früh prüfen muss — mit einem Modell, einem Probelauf, einem kleinen Versuch. Wer sicher sein will, bevor er anfängt, verschiebt das Scheitern nur nach hinten.
Der Satz wird oft missverstanden. Gemeint ist nicht, schnell schlampig zu arbeiten, sondern die Prüfung nach vorn zu ziehen.
Vorteile:
+ die Rechnung macht die Entscheidung sachlich: Eine Stunde Prüfung vorn spart einen Tag hinten, und das lässt sich beziffern
+ frühe Versuche kosten wenig, deshalb kann man mehrere machen — und mehrere Versuche schlagen eine gründliche Vermutung
Hinweise:
Der Satz taugt nicht, wo ein Fehler Menschen gefährdet oder rechtlich bindet. Dort gilt das Gegenteil: prüfen, bis Sicherheit besteht.
Ohne eine Kultur, in der ein gemeldeter Irrtum folgenlos bleibt, wird nichts früh gemeldet. Dann fallen Fehler weiterhin spät auf — nur weiß es vorher jemand.
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