REFA-Arbeitssystem

Ein Arbeitsplatz wird selten daran gemessen, was er wirklich braucht — er wächst, und was fehlt, fällt erst im Betrieb auf: die Druckluft an der Maschine, der zweite Bildschirm, die Entsorgung, die Vertretung im Urlaub. Das REFA-Arbeitssystem zerlegt jeden Arbeitsplatz in sieben Teile und fragt jeden einzeln ab — in der Fertigung wie im Büro: von der Aufgabe über Material, Maschine und Software bis zu Licht, Luft und Lärm. Am Ende steht eine Anforderungsliste statt einer Vermutung.

Die sieben Teile

7 Umgebungseinflüsse 1ArbeitsaufgabeWozu es den Arbeitsplatz gibt3EingabeMaterial, Verbrauch,Energie, Information2ArbeitsablaufDie Schritte in der Reihenfolge,in der sie getan werden4AusgabeErgebnis, Produkt —und der Abfall5MenschWer daran arbeitet6Betriebs- undArbeitsmittelWomit gearbeitet wird
Welchen Teil willst du sehen?
Arbeitsaufgabe
Ein Satz, wozu es den Arbeitsplatz gibt. Er steht vor allen anderen Punkten, weil sich alles Weitere an ihm messen lässt.
Beispiel Produktion
Löcher in eine Stahlplatte bohren.
Beispiel Büro
Die Buchhaltung eines kleinen Unternehmens führen.
Hinweis
Wer die Aufgabe nicht aufschreibt, sammelt später ein, was ohnehin dasteht — statt dessen, was gebraucht wird.

Der Bogen

Jedes Feld steht für einen Teil des Arbeitsplatzes. Was am Ende darin steht, ist die Anforderungsliste — und was leer bleibt, fehlt später im Betrieb.

Erst ein Beispiel ansehen?

Füllt den Bogen darunter mit einem durchgerechneten Fall — zum Anschauen, Überschreiben oder Löschen.

1Arbeitsaufgabe

Ein Satz: Was entsteht hier — und für wen? In der Fertigung „Löcher in Stahlplatten bohren“, im Büro „die laufende Buchhaltung führen“. Steht hier mehr als ein Satz, sind es meist zwei Arbeitsaufgaben.

2Arbeitsablauf

Die Schritte nacheinander, je Zeile einer — vom ersten Handgriff bis zur Übergabe an den Nächsten. Prüfen, Rückfragen und Warten gehören dazu, in der Werkstatt wie am Schreibtisch.

3Eingabe (Input)

Alles, was hineingeht, damit gearbeitet werden kann: Material und Verbrauch, Energie, Werkzeug, Daten, Unterlagen, Anrufe, Software-Zugänge. Auch das, was nur ab und zu gebraucht wird.

4Ausgabe (Output)

Was herauskommt: das Ergebnis, Zwischenergebnisse und Unterlagen für den Nächsten — und alles, was übrig bleibt: Späne, Ausschuss, Altpapier, Daten zum Archivieren.

5Mensch

Was der Arbeitsplatz von den Menschen verlangt: wie viele gleichzeitig, welche Qualifikation und Unterweisung, Körperhaltung und Reichweite, Schutzausrüstung, Schichten, Vertretung im Urlaub.

6Betriebs- und Arbeitsmittel

Womit gearbeitet wird — Maschine, Werkzeug, Vorrichtung, Möbel, Rechner, Software — und was diese Mittel selbst verlangen: Anschluss, Platz, Gewicht, Wartung, Prüffristen, Lizenzen.

7Umgebungseinflüsse

Was um den Arbeitsplatz herum gegeben sein muss: Licht, Luft und Temperatur, Lärm, Platz zum Bewegen, Wege und Türen, Sauberkeit — in der Halle wie im Raum.

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