Auditierung
Eine Auditierung ist ein geplanter Abgleich zwischen dem, was vereinbart wurde, und dem, was tatsächlich getan wird — das Wort kommt vom lateinischen audire, zuhören.

Beispiel:
Ein Audit hat zwei mögliche Zwecke, und sie schließen sich fast aus. Der eine prüft, ob eine Vorgabe eingehalten wird. Der andere fragt, ob die Vorgabe noch taugt.
In einer Werkstatt lief das Audit zunächst als Prüfung: 34 Punkte, abgehakt, sechs Abweichungen, Frist zur Behebung. Beim nächsten Mal waren die sechs behoben und acht andere aufgetaucht.
Dann wurde die Frage geändert. Statt „Wird der Standard eingehalten?“ hieß es „Warum ist es hier anders?“. Bei vier der sechs Abweichungen war der Standard schlicht nicht durchführbar — die Vorgabe wurde geändert, nicht das Verhalten.
Der Unterschied zeigt sich am Tonfall im Raum. Beim ersten Weg räumen die Beteiligten vorher auf, beim zweiten zeigen sie, wo es hakt.
Üblich sind drei Arten: das interne Audit im eigenen Haus, das Lieferantenaudit beim Zulieferer und das Zertifizierungsaudit durch eine unabhängige Stelle.
Vorteile:
+ ein Audit, das nach dem Grund für die Abweichung fragt, findet unbrauchbare Vorgaben — die ständige Wiederkehr derselben Abweichung ist genau dafür ein Hinweis
+ der feste Termin sorgt dafür, dass jemand hinsieht: Ohne ihn wird der Abgleich zwischen Vorgabe und Wirklichkeit nie dringend
Hinweise:
Ein angekündigtes Audit misst die Vorbereitung, ein unangekündigtes das Vertrauen. Beides hat seinen Preis, und beides sollte man wissen, bevor man entscheidet.
Abweichungen ohne Ursachensuche erzeugen nur Listen. Die Frage nach dem Warum gehört ins Audit selbst, nicht in eine spätere Runde.
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