Ausschuss
Ausschuss ist alles, was hergestellt oder bearbeitet wurde und am Ende nicht brauchbar ist — weder für den Kunden noch für die eigene Weiterverwendung.

Beispiel:
Eine Möbeltischlerei fertigt 400 Schrankfronten. 18 haben Ausrisse an der Kante, 12 davon lassen sich nachschleifen und beschichten, 6 wandern in den Container. Der Ausschuss beträgt 1,5 Prozent, die Nacharbeitsquote 3 Prozent.
Gerechnet wird nicht mit dem Materialwert, sondern mit dem, was bis dahin hineingesteckt wurde: Zuschnitt, Kantenbearbeitung, Lackierung und die Maschinenzeit. Eine Front kostet an dieser Stelle das Vierfache des Rohteils.
In einer Krankenkasse gibt es dasselbe, nur heißt es anders. Von 2.400 bearbeiteten Anträgen eines Monats mussten 41 vollständig neu aufgenommen werden, weil beim Scannen Seiten fehlten und die Originale zurückgegangen waren. Die Arbeit von 41 Vorgängen war weg.
Wer Ausschuss nur in Stück zählt, unterschätzt ihn. Entscheidend ist, an welcher Stelle der Kette er auffällt.
Vorteile:
+ die Ausschussquote je Prozessschritt zeigt, wo geprüft werden muss: Ein Fehler, der erst am Ende auffällt, kostet ein Vielfaches desselben Fehlers am Anfang
+ sie ist eine der wenigen Kennzahlen, die ohne Diskussion auskommt — die Menge liegt im Container oder im Papierkorb
Hinweise:
Ausschuss und Nacharbeit werden gern zusammengezählt. Das verdeckt den Unterschied: Nacharbeit kostet Zeit und ist rettbar, Ausschuss ist verloren. Beide Zahlen gehören getrennt berichtet, sonst sieht eine Verbesserung der einen wie eine Verschlechterung der anderen aus.
Eine niedrige Ausschussquote ist kein Beweis für gute Qualität. Sie kann auch bedeuten, dass großzügig durchgewinkt und der Fehler zum Kunden geschoben wird. Erst zusammen mit den Reklamationen ergibt sie ein Bild.
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