Conwip

Conwip hält die Zahl der gleichzeitig laufenden Vorgänge konstant: Ein neuer wird erst freigegeben, wenn ein anderer fertig ist.

Conwip: Conwip hält die Zahl der gleichzeitig laufenden Vorgänge konstant: Ein neuer wird erst freigegeben, wenn ein anderer

Beispiel:
Eine Übersetzungsagentur nahm jeden Auftrag sofort an. An einem Montag waren 46 Aufträge gleichzeitig in Arbeit, die Durchlaufzeit lag bei 19 Tagen, und zwei Drittel der Zeit lagen die Texte zwischen den Schritten.

Die Grenze wurde auf 18 gesetzt. Ein neuer Auftrag startet erst, wenn einer ausgeliefert ist; die übrigen warten sichtbar in einer Reihe vor dem Eingang.

Die Durchlaufzeit sank auf 7 Tage. Die Menge, die im Monat fertig wird, blieb gleich — es wird ja nicht schneller gearbeitet, sondern weniger gleichzeitig angefangen.

Der Unterschied zu Kanban: Kanban begrenzt den Bestand an jedem einzelnen Schritt. Conwip begrenzt nur die Gesamtzahl im System und ist deshalb dort brauchbar, wo jeder Vorgang einen anderen Weg nimmt.

Vorteile:
+ es ist die einzige Steuerung, die auch bei lauter unterschiedlichen Abläufen funktioniert — begrenzt wird die Menge, nicht der Weg
+ die Wirkung ist rechenbar: Durchlaufzeit gleich Bestand geteilt durch Durchsatz — wer den Bestand halbiert, halbiert die Durchlaufzeit

Hinweise:
Die Grenze ist keine Schätzung. Sie ergibt sich aus der gewünschten Durchlaufzeit mal dem Durchsatz: Wer 6 Aufträge am Tag fertigstellt und 3 Tage Durchlaufzeit will, setzt die Grenze auf 18.
Die Warteschlange vor dem Eingang muss sichtbar sein, sonst wird sie heimlich umgangen. Genau dieses Sichtbarwerden ist der unangenehme Teil — und der Grund, warum die meisten Einführungen scheitern.

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