Engpass
Der Engpass ist die Stelle in einer Kette, die am wenigsten schafft — sie bestimmt allein, wie viel am Ende herauskommt.

Beispiel:
Eine Bäckerei mit angeschlossenem Café hat vier Stationen: Teigbereitung schafft 400 Stück je Stunde, Ofen 180, Kühlung 320, Verpackung 260.
Der Engpass ist der Ofen mit 180 Stück. Die gesamte Bäckerei schafft 180 Stück je Stunde, gleichgültig wie schnell die anderen drei arbeiten. Wer die Teigbereitung auf 500 Stück beschleunigt, hat nur mehr Teig, der wartet.
Als der Ofen durch eine zweite Beschickung auf 240 Stück kam, wanderte der Engpass zur Verpackung mit 260 — der Gewinn betrug nicht 60, sondern 80 Stück, und die nächste Maßnahme lag ab sofort woanders.
In einer Notaufnahme ist es dieselbe Rechnung mit anderen Zahlen: Wenn die Computertomographie sechs Untersuchungen je Stunde schafft, ist mehr Pflegepersonal am Empfang wirkungslos — die Wartezeit verlagert sich nur.
Vorteile:
+ er ordnet die Rangfolge aller Maßnahmen: Eine Verbesserung am Engpass wirkt voll, jede andere wirkt gar nicht — das erspart viele teure Verbesserungen an der falschen Stelle
+ er ist meist ohne Messtechnik zu finden: Vor dem Engpass staut sich Arbeit, dahinter ist es leer
Hinweise:
Die fünf Schritte der Engpasstheorie sind unverändert brauchbar: den Engpass finden, ihn voll ausnutzen, alles andere ihm unterordnen, ihn erweitern, und danach von vorn beginnen. Der dritte Schritt ist der unbequemste, weil er verlangt, dass Bereiche mit freier Kapazität bewusst nicht ausgelastet werden.
Die häufigste Fehlentscheidung ist die Auslastungsoptimierung aller Stationen. Sie erzeugt Bestand vor dem Engpass und verschleiert das Problem, weil alle Kennzahlen gut aussehen.
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