Shojinka
Shojinka ist die Fähigkeit, die Zahl der Menschen in einem Ablauf an die tatsächliche Nachfrage anzupassen, ohne die Arbeitsweise zu ändern.

Beispiel:
Eine Näherei fertigt Arbeitskleidung in einer Zelle mit sechs Stationen. Der Bedarf schwankt über das Jahr: im Frühjahr 240 Teile am Tag, im Sommer 120.
Bei 240 Teilen und 480 Minuten Arbeitszeit liegt der Kundentakt bei 2 Minuten, die Zelle ist mit vier Personen besetzt. Bei 120 Teilen sind es 4 Minuten Takt und zwei Personen — dieselben sechs Stationen, dieselbe Reihenfolge, nur anders aufgeteilt.
Möglich ist das durch drei Dinge: Die Stationen stehen in U-Form, sodass eine Person mehrere bedienen kann. Jede Person beherrscht mindestens vier der sechs Schritte. Und für jede Besetzungsstufe liegt aufgeschrieben vor, wer welche Stationen übernimmt.
Ohne diese drei Voraussetzungen bedeutet weniger Nachfrage entweder Leerlauf oder Kurzarbeit.
Vorteile:
+ die Personalkosten folgen der Nachfrage statt der Anlage: Das ist der einzige Weg, bei schwankendem Bedarf ohne Bestandsaufbau auszukommen
+ sie macht Mehrfachqualifikation messbar wertvoll — der Nutzen ist nicht „Flexibilität“, sondern eine konkrete Zahl an eingesparten Stunden
Hinweise:
Der Begriff meint ausdrücklich nicht, mit weniger Menschen mehr zu schaffen. Er meint, mit genau so vielen zu arbeiten, wie die Nachfrage erfordert — nach oben wie nach unten.
Die Besetzungsstufen gehören vorher aufgeschrieben, nicht im Fall der Fälle entschieden. Wer erst am Morgen überlegt, wer welche Station übernimmt, verliert den Vorteil in der Abstimmung wieder.
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