Last Planner System

Beim Last Planner System plant nicht die Leitung den Wochenablauf, sondern die Menschen, die die Arbeit ausführen — und sie sagen verbindlich zu.

Last Planner System: Beim Last Planner System plant nicht die Leitung den Wochenablauf, sondern die Menschen, die die Arbeit

Beispiel:
Auf einer Baustelle mit neun Gewerken lag ein Terminplan über 14 Monate. In der Woche hielt sich fast niemand daran, weil Vorleistungen fehlten.

Jetzt wird in vier Ebenen geplant. Der Rahmenterminplan steht weiter für die 14 Monate. Der Phasenplan wird von den Beteiligten gemeinsam rückwärts gelegt. Im Vorschauplan über sechs Wochen wird jede Aufgabe darauf geprüft, ob Material, Fläche, Vorleistung und Freigabe da sind — nur was frei ist, kommt in den Wochenplan.

Im Wochenplan sagt jedes Gewerk selbst zu, was es diese Woche fertigstellt. Am Ende der Woche wird gezählt: Von 42 Zusagen wurden 31 eingehalten, das sind 74 Prozent. Wichtiger als die Zahl sind die 11 Gründe.

Nach fünf Monaten liegt die Quote bei 89 Prozent, und der Rohbau ist drei Wochen vor Plan.

Vorteile:
+ eine Zusage von jemandem, der die Arbeit selbst macht, ist etwas anderes als ein Termin, den ein Plan behauptet — das ist der ganze Unterschied
+ die Prüfung im Vorschauplan verhindert, dass eine Aufgabe überhaupt zugesagt wird, deren Voraussetzungen fehlen

Hinweise:
Die Quote der eingehaltenen Zusagen ist kein Bewertungsinstrument für Firmen. Sobald sie dafür benutzt wird, sagt niemand mehr etwas zu, was auch nur ein kleines Risiko trägt — und die Zahl steigt, während die Baustelle langsamer wird.
Das System stammt aus dem Bauwesen, funktioniert aber überall, wo mehrere Beteiligte voneinander abhängen: in der Instandhaltung, bei Umzügen, in der Softwareentwicklung.

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