Kreidekreis

Der Kreidekreis ist eine Übung, bei der man sich für längere Zeit an einen festen Platz stellt und nichts tut außer beobachten, was dort wirklich geschieht.

Kreidekreis: Der Kreidekreis ist eine Übung, bei der man sich für längere Zeit an einen festen Platz stellt und nichts tut

Beispiel:
Ein Abteilungsleiter in einem Versicherungsbüro stellt sich um 8.30 Uhr an den Kopierer und bleibt dort zwei Stunden stehen. Er greift nicht ein, er fragt nichts, er notiert nur.

In den zwei Stunden zählt er: 31 Gänge zum Kopierer, davon 9 vergeblich, weil Papier fehlte. Viermal ging jemand zurück ohne Kopie, weil der Auftrag von jemand anderem noch lief. Ein Mitarbeiter suchte 6 Minuten nach einer Trennfolie. Zusammen 74 Minuten, die niemand geplant hatte.

Der gleiche Versuch an einer Verpackungsstation in einem Versandhandel zeigte in 90 Minuten 23 Bückvorgänge nach Kartons unter dem Tisch, 11 Wege zum Etikettendrucker im Nebenraum und zweimaliges Suchen nach dem Klebeband.

Beides sind Dinge, die in jeder Statistik fehlen und die jeder Beteiligte für normal hält.

Nachteile:
- er wird beim ersten Mal fast immer abgebrochen: Nach zwanzig Minuten hält man es kaum aus, nichts zu tun, und genau dann fängt es an, ergiebig zu werden

Hinweise:
Die Übung geht auf Taiichi Ohno zurück, der Führungskräfte in einen mit Kreide gezogenen Kreis stellte und erst wieder herausließ, wenn sie etwas gesehen hatten. Der Kreis ist dabei nur das Mittel gegen die eigene Unruhe.
Der wichtigste Teil kommt am Schluss: Wer beobachtet hat, muss mit den Menschen sprechen, die er beobachtet hat, und ihnen zeigen, was er notiert hat. Beobachtung ohne dieses Gespräch wird als Kontrolle verstanden — zu Recht.

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