Business Process Reengineering

Business Process Reengineering, auf Deutsch Neugestaltung von Geschäftsprozessen, heißt: Ein Ablauf wird nicht verbessert, sondern von Grund auf neu entworfen — mit der Frage, wie man ihn heute bauen würde.

Business Process Reengineering: Business Process Reengineering, auf Deutsch Neugestaltung von Geschäftsprozessen, heißt: Ein

Beispiel:
Der Unterschied zur laufenden Verbesserung ist die Ausgangsfrage. Verbesserung fragt: Wo hakt es? Neugestaltung fragt: Wenn wir bei null anfingen, würden wir diesen Ablauf überhaupt so bauen?

Ein Antragsverfahren lief über sieben Stellen und vierzehn Tage. Verbessert wurde es jahrelang, bis es über sieben Stellen und neun Tage lief.

Beim Neuentwurf zeigte sich, dass fünf der sieben Prüfungen aus einer Zeit stammten, in der Angaben nicht überprüfbar waren. Heute prüft ein Abgleich dieselben Angaben in Sekunden. Übrig blieben zwei Stellen und zwei Tage.

Der Preis ist hoch. Solche Vorhaben greifen tief in Zuständigkeiten ein, dauern lange und scheitern häufig — Schätzungen der Vertreter selbst sprechen von etwa der Hälfte.

Die brauchbare Faustregel: Wo ein Ablauf im Kern noch stimmt, ist die laufende Verbesserung der bessere Weg. Wo seine Voraussetzungen weggefallen sind, hilft sie nicht mehr.

Vorteile:
+ die Frage nach dem Nullpunkt findet Prüfungen und Schritte, deren Grund es nicht mehr gibt — die laufende Verbesserung fragt danach nie
+ Sprünge in der Größenordnung von Tagen statt Stunden sind nur so erreichbar

Nachteile:
- der Eingriff in Zuständigkeiten macht solche Vorhaben politisch, und daran scheitern sie häufiger als an der Sache
- während des Umbaus läuft der alte Ablauf weiter; diese Doppelbelastung wird regelmäßig unterschätzt

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