ISO 9001
ISO 9001 ist die weltweit verbreitetste Norm für Qualitätsmanagementsysteme — ISO steht für International Organization for Standardization, die Internationale Organisation für Normung.

Beispiel:
Die Norm schreibt nicht vor, wie gearbeitet wird. Sie verlangt, dass ein Unternehmen seine Abläufe kennt, sie steuert, ihre Wirkung misst und aus Abweichungen lernt.
Ein häufiges Missverständnis: Eine Zertifizierung sagt nichts über die Qualität eines Erzeugnisses aus. Sie sagt, dass ein System vorhanden ist, mit dem Qualität gesteuert wird. Beides fällt oft zusammen, muss es aber nicht.
Der zweite häufige Fehler ist der Umfang. Die Norm verlangt an sehr wenigen Stellen ein Dokument. Die dicken Handbücher entstehen aus Vorsicht, nicht aus Anforderung — und sie werden nicht gelesen.
Wo Lean und die Norm zusammentreffen, ist die Frage nach dem Zweck entscheidend. Ein Standard, den die Norm verlangt und den niemand benutzt, ist Verschwendung mit Prüfsiegel. Derselbe Standard, geschrieben für die Menschen, die danach arbeiten, erfüllt beides.
Die Norm folgt der übergeordneten Struktur, hat also denselben Aufbau wie die Normen für Umwelt oder Arbeitssicherheit.
Vorteile:
+ die geforderte Bewertung durch die Leitung zwingt einmal im Jahr zu einer Frage, die sonst niemand stellt: Wirkt das, was wir eingeführt haben?
+ die Anforderungen an Zuständigkeiten und Nachweise decken Lücken auf, die im Alltag niemandem auffallen
Hinweise:
Ein System, das nur für das Audit gepflegt wird, kostet Geld und bringt nichts. Der Maßstab ist, ob die Beschreibungen der Wirklichkeit entsprechen.
Die Zertifizierung ist eine Momentaufnahme durch eine unabhängige Stelle. Sie ersetzt weder die eigene Prüfung noch den Blick vor Ort.
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