5S Audit

Ordnung hält nicht von allein. Was heute aufgeräumt ist, sieht in vier Wochen wieder aus wie vorher — es sei denn, jemand sieht regelmäßig nach. Genau das ist ein Audit: Es stellt den Ist-Zustand von Ordnung und Sauberkeit fest und zeigt ihn im Blick auf den Zielzustand. Das Wort kommt von „audire“ — hören.

Es gibt drei Bögen: für den Produktionsbereich, für das Büro und für Besprechungs-, Schulungs- und Pausenräume. Der Aufbau ist überall derselbe — zehn Fragen, hundert Punkte —, gefragt wird nach dem, was es dort tatsächlich gibt. Welchen du brauchst, wählst du unten im Bogen aus.

020406080100Zielwert 804506.02.26Berger5506.03.26Berger5010.04.26Aydin6508.05.26Berger7005.06.26Krause8410.07.26Berger
So sieht es nach einem halben Jahr aus: jedes abgeschlossene Audit ein Punkt, die grüne Linie ist der Zielwert. Beispielzahlen.
Warum Unordnung kostet
Suchen, lange Wege, doppelte Wege — bis zu 25 Prozent der Arbeitszeit. Und die Sauberkeit wirkt sich direkt auf die Qualität der Arbeit aus: Wo es ordentlich ist, passieren weniger Fehler. Solange aber niemand misst, merkt auch niemand, wenn es zurückfällt.
Wie hingehen, ansehen, aushängen
Jemand geht durch den Bereich, sieht sich feste Punkte an und bewertet, was er sieht. Das Ergebnis wird im Bereich ausgehängt und mit Mitarbeitern, Auditoren und Vorgesetzten besprochen. Wie oft — täglich, wöchentlich, monatlich, jährlich — entscheidet ihr.
Was dieser Bogen
Zehn Fragen, hundert Punkte im besten Fall, dazu euer Zielwert. Schlechte Werte gehören dazu — ein Audit steht für eine offene Fehlerkultur, nicht für eine Note. Mit der Zeit darf der Anspruch der Fragen steigen, dann entwickelt sich die Ordnung mit.

Der Auditbogen

Ausfüllen und rechnen lassen kannst du hier ohne alles. Gespeichert wird dabei nichts — mit dem Schließen der Seite ist es weg.

Registrierung nötig — das ausgefüllte Blatt als PDF

Kostenlos. Damit nimmst du dein Ergebnis mit: zum Ausdrucken, Aushängen im Bereich oder Weitergeben.

Zugang nötig — speichern, mehrere Bereiche, der Verlauf

Erst damit bleiben die Audits stehen: beliebig viele Bereiche — Halle E Feld 7, Feld 6, das Büro —, jeder mit seiner eigenen Linie über Monate und Jahre. Dazu die drei Bögen als Excel-Datei.

1Wo, wann und wer

Der Bereich entscheidet, zu welcher Reihe dieses Audit gehört. „Halle E, Feld 7“ und „Halle E, Feld 6“ sind zwei getrennte Reihen mit eigener Linie — du kannst bis zu 100 davon führen und zwischen ihnen hin- und herspringen. ⚠ Schreib den Namen beim ersten Mal genau so, wie du ihn immer schreiben willst: Aus „Halle 2“ und „Halle 2 links“ werden sonst zwei Linien, die beide nur halb stimmen.

Welchen Bogen brauchst du?

Jeder Bogen hat seinen eigenen Entwurf und seine eigenen Reihen. Du kannst mitten im Ausfüllen wechseln, ohne etwas zu verlieren.

Bereich Ein Besprechungsraum, eine Teeküche, ein Schulungsraum.

2Die Begehung

Die Farbe links sagt dir, zu welchem der fünf S eine Frage gehört. Kreuz an, was du siehst — nicht, was du dir wünschst.

Fast überall geht es um die Grenze „maximal 5“. Gezählt wird immer, was du einzeln aufschreiben und einzeln abstellen würdest: fünf herumliegende Schrauben an fünf Stellen sind fünf Funde, eine Kiste voll loser Schrauben ist einer. Unter jeder Frage steht grau, was dort konkret gemeint ist.

1. S Sortierung Seiri — von 20

Unnötiges

Unnötig ist alles, was für die Nutzung dieses Raums nicht gebraucht wird: der Stapel Stühle in der Ecke, das Flipchart ohne Papier, Kabel für Geräte, die es nicht mehr gibt, vergessene Tassen, Kartons vom letzten Umzug.

Alte Informationen

Das Flipchart-Blatt vom Workshop vor drei Monaten, der Aushang zum abgelaufenen Termin, Prospekte auf der Fensterbank, die Kaffeeliste von 2022. In gemeinsam genutzten Räumen sammelt sich das besonders schnell — weil sich niemand zuständig fühlt.

2. S Sauberkeit Seiso — von 20

Flächen und Böden

Eine Stelle ist ein Ort, den du einzeln reinigen oder reparieren würdest: Krümel auf dem Besprechungstisch, Kaffeeringe, Filzstiftspuren am Whiteboard-Rahmen, ein Fleck auf dem Polster, die kaputte Tischkante.

Arbeitsmittel und Einrichtungen

Beamer, Bildschirm, Konferenztelefon, Whiteboard, Flipchart, Stühle, Kaffeemaschine, Kühlschrank, Mikrowelle. Schlecht ist es, wenn es klemmt, verschmiert ist, eingetrocknete Stifte hat oder nur mit einem Trick funktioniert, den einer kennt.

3. S Systematische Ordnung Seiton — von 20

Kennzeichnung und Platz

Gekennzeichnet heißt: Der Platz trägt einen Namen — Halterung für die Fernbedienung, Ablage für die Stifte, markierte Stellfläche für den Rollwagen. An seinem Platz heißt: Es liegt gerade auch dort. Gerade hier zählt es doppelt: Was allen gehört, findet ohne festen Platz niemand zurück.

Verbrauchsmaterial

Flipchart-Papier, Marker, Moderationskarten, Kaffee, Milch, Becher, Servietten, Spülmittel. Ein Kanbansystem hat es, wenn eine feste Mindestmenge sichtbar ist und klar ist, wer bei Erreichen nachfüllt. Der leere Becherspender am Montagmorgen ist der Beweis, dass keins da ist.

4. S Standardisierung Seiketsu — von 20

Pläne und Regeln

Wo geht es im Brandfall raus, wer reinigt was und wie oft, wie wird der Raum hinterlassen, wie bedient man Beamer und Kaffeemaschine, wie wird gebucht. Nicht klar erkennbar ist alles, was im Intranet steht statt an der Wand oder was jemand erst erklären muss.

Räume und Flächen

Raumschild mit Namen und Belegung, freier Fluchtweg, Fläche vor dem Feuerlöscher, Stellfläche für den Getränkewagen, Bereich für Sauberes und Bereich für Schmutziges an der Spüle. Ein Fund ist jede Fläche, bei der ein Gast raten müsste, was dort hingehört.

5. S Ständige Verbesserung Shitsuke — von 20

Regelmäßigkeit

Regelmäßig heißt: ein fester Takt, der auch gehalten wird — zum Beispiel jeder erste Montag im Monat. Visualisiert heißt: Ergebnis und Verlaufslinie hängen im Raum aus, für alle sichtbar, nicht im Ordner der Leitung. Fehlt eines von beidem, gibt es null Punkte.

Maßnahmen

Umgesetzt heißt fertig, nicht angefangen. Eine Maßnahme, die einen neuen Termin bekommen hat, ist nicht umgesetzt. Hier gilt alles oder nichts: Ein einziger offener Punkt kostet die vollen zehn Punkte.

3Was sich ändern muss

Was dir aufgefallen ist — mit einem Namen und einem Termin. Beim nächsten Audit stehen die offenen Punkte von allein wieder da.

MaßnahmeWerBis wann

Bis zu 20 Maßnahmen. Sobald du die letzte Zeile beschreibst, klappt die nächste von allein auf.


Der Verlauf

Ein einzelnes Audit sagt dir, wo du heute stehst. Erst die Reihe sagt dir, ob es besser wird. Jedes abgeschlossene Audit wird hier ein Punkt, verbunden mit dem davor — nach einem Jahr siehst du an der Linie, ob 5S in diesem Bereich lebt oder nur einmal aufgeräumt wurde. Genau das Blatt, das im Bereich aushängt, nur muss es niemand mehr von Hand zeichnen. Jeder Bereich hat seine eigene Linie; oben wählst du aus, welche du sehen willst. Abgelegt werden Audits mit einem Zugang.

Zugang nötig — den ganzen Verlauf sehen

Jedes abgeschlossene Audit bleibt stehen, für jeden Bereich eine eigene Linie — dazu das Verlaufsblatt als PDF zum Aushängen.


Die Bögen als Excel-Datei

Für alle, die im Unternehmen lieber mit der Tabelle weiterarbeiten: alle drei Bögen als Excel, A4 quer, mit eingebauter Punktzählung. Zum Ausfüllen und Ausdrucken brauchst du sie nicht — das steht rechts oben als PDF bereit.

Zugang nötig — die drei Bögen als Excel-Datei

Ausfüllen und rechnen lassen kannst du hier oben ohne alles — die fertigen Vorlagen brauchen einen Zugang.

Deine Meinung zu diesem Formular

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