Adaptives Lernen
Adaptives Lernen — von lateinisch adaptare, anpassen — heißt, dass sich Inhalt und Tempo einer Schulung an den einzelnen Lernenden anpassen statt an die Gruppe.

Beispiel:
Eine Einweisung für 40 neue Mitarbeitende dauerte zwei Tage, für alle dieselbe. Am Ende konnten manche zu viel und andere zu wenig — der Durchschnitt passte für niemanden.
Beim adaptiven Vorgehen beginnt es mit einer kurzen Standortbestimmung. Wer die Grundlagen schon kann, überspringt sie. Wer bei einem Thema Fehler macht, bekommt dazu mehr Übungen, und die Erklärung erscheint noch einmal in anderer Form.
Das Ergebnis war nicht kürzer für alle: Manche brauchten drei Stunden, andere anderthalb Tage. Aber alle erreichten dasselbe Können, und das war vorher nicht der Fall.
Es braucht dafür keine große Technik. Eine Selbsteinschätzung mit fünf Fragen und drei Lernwegen erfüllt denselben Zweck wie eine Software, die den Weg automatisch wählt.
Der entscheidende Teil ist die Prüfung zwischendurch. Ohne sie ist es kein angepasstes Lernen, sondern nur freie Reihenfolge.
Vorteile:
+ alle erreichen dasselbe Können statt derselben Anwesenheitszeit — das ist der eigentliche Unterschied, und er zeigt sich erst hinterher
+ wer etwas schon kann, verliert keine Zeit; das senkt den Widerstand gegen Pflichtschulungen deutlich
Hinweise:
Ohne Prüfungen zwischendurch passt sich nichts an. Die Zwischenprüfung ist das Steuerungsmittel, nicht die Bewertung des Lernenden.
Für Themen, bei denen es auf gemeinsames Verständnis ankommt, ist die gemeinsame Schulung besser. Angepasstes Lernen eignet sich für Wissen und Handgriffe, nicht für Absprachen im Team.
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