Kata
Kata ist eine feste Übungsroutine für Verbesserung: immer dieselben vier Schritte, so lange geübt, bis sie ohne Nachdenken sitzen.

Beispiel:
Eine Molkerei übt die Routine an der Abfüllung. Die vier Schritte lauten: Richtung verstehen, Ist-Zustand erfassen, nächsten Zielzustand festlegen, zum Ziel hin experimentieren.
Richtung: keine ungeplanten Stillstände. Ist-Zustand: 14 Stillstände in der Woche, im Mittel 9 Minuten. Zielzustand für die nächsten zwei Wochen: höchstens 8 Stillstände. Experiment: Der Etikettenwechsel wird vorbereitet, statt bei laufender Anlage zu beginnen — Ergebnis nach fünf Tagen: 11 Stillstände.
Das Experiment hat das Ziel nicht erreicht, und das ist kein Fehler. Es hat gezeigt, dass der Etikettenwechsel nur 3 der 14 Fälle erklärt. Der nächste Versuch geht an die Temperaturführung.
Eine Bibliothek übt dieselben vier Schritte an der Rückgabe: Richtung, Ist, Ziel, Versuch — jeden Tag zwanzig Minuten mit der gleichen Person als Begleitung.
Vorteile:
+ sie trennt Ziel und Weg: Der Zielzustand wird festgelegt, bevor jemand eine Lösung nennt — damit endet die Gewohnheit, Maßnahmen ohne Ziel zu sammeln
+ ein Experiment, das scheitert, gilt als Ergebnis und nicht als Versagen; das ist die Voraussetzung dafür, dass überhaupt jemand etwas ausprobiert
Hinweise:
Kata ist eine Übung, keine Methode zur Problemlösung. Der Zweck ist nicht das einzelne Ergebnis, sondern dass die vier Schritte irgendwann automatisch ablaufen — deshalb wird täglich in kurzen Runden geübt und nicht monatlich im Projekt.
Zur Übung gehören immer zwei: einer, der übt, und einer, der begleitet und dieselben fünf Fragen stellt. Ohne die zweite Rolle wird aus der Routine sehr schnell wieder ein Maßnahmenplan.
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