NCC (Non Conformance Costs)
NCC steht für Non Conformance Costs, auf Deutsch Fehlerkosten: die Kosten dafür, dass etwas nicht auf Anhieb richtig war — Nacharbeit, Ausschuss, Gewährleistung, Kulanz und der Aufwand für die Klärung.

Beispiel:
Ein Betrieb schätzte seine Fehlerkosten auf etwa 80.000 Euro im Jahr. Gemeint waren damit die Gutschriften, die sichtbar in der Buchhaltung standen.
Zusammengetragen ergab sich ein anderes Bild: 214.000 Euro. Der größte Posten war nicht der Ausschuss, sondern die Zeit für Klärung und Rückfragen — Menschen, die nichts herstellen, sondern etwas geraderücken.
Aufgeteilt: 78.000 für Nacharbeit, 61.000 für Klärung und Abstimmung, 44.000 für Gewährleistung, 31.000 für Ausschuss.
Der Unterschied zwischen 80.000 und 214.000 ist nicht Rechenkunst. Er ist der Teil, der als normale Arbeit verbucht wird, weil ihn jemand in seiner Arbeitszeit erledigt.
In einer Verwaltung ist es dieselbe Rechnung, nur in Stunden: Wie viel Zeit geht dafür drauf, unvollständige Vorgänge nachzufassen?
Vorteile:
+ die Zahl macht eine Verbesserung wirtschaftlich begründbar, ohne dass jemand über Qualität streiten muss — sie steht neben jeder anderen Investition
+ die Aufteilung überrascht fast immer: Der teuerste Posten ist selten der, den alle im Kopf haben
Hinweise:
Die Zahl wird sofort unbrauchbar, sobald sie zur Bewertung von Bereichen dient. Dann wird nicht mehr erfasst, sondern eingeordnet.
Vollständigkeit ist nicht das Ziel. Eine belastbare Schätzung der vier größten Posten ist besser als eine genaue Erfassung, die niemand pflegt.
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