Zykluszeit
Die Zykluszeit ist der Abstand, in dem ein Prozess eine fertige Einheit abliefert — nicht wie lange eine Einheit unterwegs war, sondern wie oft etwas hinten herauskommt.

Beispiel:
In einer Klinik läuft die Aufnahme neuer Patientinnen und Patienten. Alle sechs Minuten verlässt jemand den Aufnahmeschalter mit fertigen Unterlagen. Die Zykluszeit beträgt sechs Minuten.
Eine einzelne Aufnahme dauert dabei 14 Minuten, weil zwei Kräfte parallel arbeiten und sich die Vorgänge überlappen. Die Durchlaufzeit ist also mehr als doppelt so lang wie die Zykluszeit.
Bei einem Prüfstand in einem Elektrobetrieb ist es noch deutlicher: Der Prüfschrank gibt alle 90 Sekunden ein geprüftes Gerät frei, obwohl ein Gerät 45 Minuten in der Kammer steht — dreißig Geräte sind gleichzeitig drin.
Wer diese beiden Zahlen verwechselt, plant entweder ein Vielfaches oder einen Bruchteil der nötigen Kapazität ein.
Vorteile:
+ sie ist die einzige Zeit, die sich unmittelbar mit dem Kundentakt vergleichen lässt — daraus entsteht das Taktdiagramm und damit jede Aussage über Über- und Unterlast
+ sie deckt den Engpass auf: Die längste Zykluszeit in einer Kette bestimmt die Leistung der ganzen Kette, alle anderen Werte sind Beiwerk
Hinweise:
Zykluszeit und Kundentakt gehören immer zusammen. Der Kundentakt sagt, wie oft etwas fertig werden muss, die Zykluszeit, wie oft etwas fertig wird. Liegt die Zykluszeit darüber, entsteht Rückstand, liegt sie darunter, entsteht Bestand. Nur wenn beide dicht beieinanderliegen, fließt ein Prozess.
Ein weit verbreiteter Fehler in Kalkulationen: Die Zykluszeit wird mit der Bearbeitungszeit gleichgesetzt. Das stimmt nur bei einer einzigen Station ohne Parallelarbeit — also fast nie.
Deine Meinung zu diesem Begriff
Was ist deine Meinung, oder was sollte verbessert werden? Name und E-Mail-Adresse sind optional — ohne Angaben bleibt deine Meinung absolut anonym.
oder lade dir das komplette Lean Wörterbuch herunter…