Papierlose Fertigung
Papierlos heißt, dass alle Angaben zu einem Vorgang am Ort der Arbeit auf einem Bildschirm stehen — und nicht auf Blättern, die mitwandern.

Beispiel:
In einem Betrieb für Schaltschränke begleitete jeden Auftrag eine Mappe: Auftragsschein, Stückliste, zwei Zeichnungen, Prüfprotokoll. An sechs Stationen wurde etwas hineingelegt, abgezeichnet oder herausgenommen.
Gemessen wurden je Auftrag 21 Minuten für das Papier selbst: suchen, blättern, kopieren, ablegen, und zweimal nachfragen, weil eine Zeichnung in der falschen Fassung dabei war. Bei 30 Aufträgen am Tag sind das gut zehn Stunden.
Nach der Umstellung steht an jeder Station ein Bildschirm mit derselben Ansicht. Die Zeichnung ist immer die gültige, die Rückmeldung erfolgt mit einem Antippen, das Prüfprotokoll entsteht dabei von selbst.
Der eigentliche Gewinn ist nicht das gesparte Papier. Es ist, dass nie wieder jemand nach einer alten Fassung arbeitet.
Vorteile:
+ es gibt nur noch eine gültige Fassung: Der häufigste teure Fehler — Arbeit nach einer überholten Zeichnung — ist damit nicht mehr möglich
+ die Rückmeldung entsteht dort, wo die Arbeit passiert, und muss nicht abends von Zetteln abgetippt werden
Hinweise:
Ein Bildschirm ersetzt kein Papier, wenn er das Papier nur abbildet. Wer die Mappe eins zu eins auf einen Monitor legt, hat dieselben Blätter mit zusätzlichem Wischen — der Nutzen entsteht erst, wenn jede Station genau das sieht, was sie braucht.
Der Ausfall gehört vorher geregelt. Ein Betrieb, der bei einer Störung stillsteht, hat ein neues Risiko eingekauft; die übliche Antwort ist ein Notdruck für die laufende Schicht.
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