SMED-Leitfaden

SMED ist eine Methode, um Rüstzeiten zu optimieren. Rüstzeiten sind die Vor- und Nacharbeiten eines Prozesses. Das gibt es in der Fertigung wie im Büro: der Werkzeugwechsel an der Presse, das Reinigen einer Anlage, das Hochfahren des Rechners, das Öffnen eines Programms oder das Ablegen am Ende. Dieser Leitfaden hilft dir, SMED umzusetzen und deine Rüstzeiten zu optimieren.

SMED Single Minute Exchange of Die
Übersetzt: Werkzeug- oder Produktionswechsel im einstelligen Minutenbereich. Andere Namen für dasselbe sind QCO — Quick Change Over — oder schlicht Rüstzeitoptimierung.
Wozu nicht zum Sparen
Die Rüstzeitoptimierung hatte nie das Ziel, irgendwelche Zeiten einzusparen. Sie soll häufigeres Rüsten möglich machen — den Zielzustand Heijunka: jeden Tag jedes Produkt. Damit wirkt sie dem Forrester-Effekt entgegen.
Wann zuletzt, nicht zuerst
SMED kommt erst, wenn Kundennutzen, Kundentakt, Fließen, Schrittmacher und Bestände geklärt sind. Es ist die zweitbeliebteste Lean-Methode — und wird von geschätzt 90 Prozent der Anwender nicht im Sinne von Heijunka eingesetzt.

Der Bogen

Erst ein Beispiel ansehen?

Zwei Bögen sind fertig ausgefüllt — zum Anschauen, Überschreiben oder Löschen.

Registrierung nötig — damit deine Eingaben gespeichert werden

Ausfüllen und rechnen kannst du hier ohne alles. Nur bleibt nichts stehen, wenn du die Seite schließt.

0Brauchst du SMED überhaupt?

SMED lohnt sich aus genau zwei Gründen: damit häufiger gerüstet werden kann, oder weil die Rüstzeit nicht mehr in den Kundentakt passt. Sonst nicht.

  • Belastung heute — Zykluszeit und Rüstzeit je Einheit
  • Belastung, wenn jeden Tag jede Art läuft
  • So kurz müsste ein Rüstvorgang dafür werden

1Planung

Wer macht mit, was wird betrachtet, und woran wird am Ende gemessen, ob es etwas gebracht hat.

Team

Wer am Projekt mitwirkt. Vorname und Nachname.

Mindestanforderung an die Aufgabenverteilung

Drei Personen — sonst wird während des Messens improvisiert und die Zeiten stimmen nicht.

2Analyse

Jeden Teilschritt benennen und stoppen. Dann entscheiden, welcher davon nebenher laufen kann, während der Prozess weiterarbeitet.

Wie SMED funktioniert — die drei Schritte

  1. 1 Rüstvorgang erfassen Schau dir den Rüstvorgang genau an. Benenne jeden einzelnen Teilschritt und stoppe seine Zeit. Nicht schätzen, nicht aus dem Kopf — danebenstehen und messen. Kaffeemaschine: Kaffee kochen: Aufsatz öffnen (1 s), Filter hineintun (4 s), Kaffee einfüllen (8 s), Aufsatz schließen (1 s), Wasser einfüllen (6 s), einschalten (1 s), Filter mit Resten entfernen (11 s). Zusammen 32 Sekunden.
  2. 2 Intern in extern umwandeln Geh jeden Teilschritt durch und frage: Muss der Prozess dafür stehen? Was auch laufen kann, während gearbeitet wird, wird extern — vorbereitet von derselben oder einer zweiten Person. Kaffeemaschine: Ein zweiter Aufsatz wird besorgt. Filter und Kaffee kommen schon während des Kochens hinein, die alten Reste werden erst danach entsorgt. 23 der 32 Sekunden laufen jetzt nebenher — der Stillstand ist noch 9 Sekunden lang.
  3. 3 Verschwendung im Rüsten beseitigen Jetzt gilt das Rüsten selbst als wertschöpfend: Alles, was es aufhält, ist Verschwendung. Dafür gibt es EKUV — eliminieren, kombinieren, umstellen, vereinfachen. Auch die Reihenfolge der Rüstschritte darf sich ändern. Kaffeemaschine: Eliminieren: die Maschine direkt an den Wasseranschluss. Kombinieren: Aufsatz und Filter als feste Einheit. Vereinfachen: Kaffee, Filter und Mülleimer stehen neben der Maschine.

In der Tabelle steckt jeder der drei Schritte in einer Spalte: „Zeit“ und „Vor- oder Nacharbeit“ gehören zu Schritt 1, „ist“ und „wird“ zu Schritt 2 — intern heißt, der Prozess steht so lange still — und „EKUV“ zu Schritt 3.

Vorbereitung oder Nacharbeit?

Rüsten ist die gesamte Vor- und Nacharbeit eines Prozesses. Diese Spalte hält fest, zu welcher Hälfte ein Schritt gehört.

Vorbereitung
Alles, was für den nächsten Durchlauf hergerichtet wird: Werkzeug holen, Programm starten, Material bereitlegen, einstellen, Erstteil prüfen.
Nacharbeit
Alles, was den vorigen Durchlauf abschließt: anhalten, lösen, abnehmen, reinigen, wegräumen, ablegen.

Intern oder extern?

Das ist die eigentliche Frage von SMED — und die einzige, an der sich der Stillstand ändert.

intern
Der Prozess steht so lange still. Der Schritt geht nur, wenn nichts läuft — etwa das Werkzeug wechseln oder die Datei schließen, in der noch gearbeitet wird.
extern
Der Prozess läuft weiter, während der Schritt nebenher passiert. Vorbereitet von derselben Person vorher oder von einer zweiten währenddessen.
Nr Rüstschritt Zeit Vor- oder Nacharbeit ist wird EKUV
1
2
3
4
5
6
7
8

EKUV — die vier Fragen an jeden Rüstschritt

EEliminieren

Fällt der Rüstschritt ganz weg?

KKombinieren

Lässt er sich mit einem anderen zusammenlegen oder gleichzeitig ausführen?

UUmstellen

Wird es besser, wenn er an einer anderen Stelle der Reihenfolge steht?

VVereinfachen

Lässt er sich leichter machen — kürzerer Weg, weniger Handgriffe, weniger Werkzeug?

3Auswertung

Die Analyse wird mit denen durchgesprochen, die den Rüstvorgang jeden Tag machen — und mit der Führungskraft.

Teilnehmer

Durchsprache der Verbesserungsmöglichkeiten

4Umsetzung

Jede Maßnahme bekommt einen Namen und ein Datum. Ohne beides bleibt sie eine Absichtserklärung.

Nr Maßnahme Wer Bis wann
1
2
3
4
5

5Ergebnis

Gemessen wird die interne Rüstzeit — die Zeit, in der der Prozess stillsteht. Die Gesamtrüstzeit ist nicht der Maßstab: Sie ändert sich beim Umwandeln gar nicht.

  • Unterschied

6Auswirkung

Was dieses Projekt über den einen Arbeitsplatz hinaus verändert hat.

Auf ähnliche Arbeitsplätze übertragbar?

Gibt es Stellen im Haus, an denen dieselben Maßnahmen wirken würden?

Neue Standards auf andere Prozesse übertragbar?

Was hier entstanden ist — eine Lehre, ein Wagen, eine Reihenfolge, eine Regel — kann anderswo genauso gelten.

Deine Meinung zu diesem Formular

Was ist deine Meinung, oder was sollte verbessert werden? Name und E-Mail-Adresse sind optional — ohne Angaben bleibt deine Meinung absolut anonym.

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