Lean Lab
Ein Lean Lab — auf Deutsch Lernwerkstatt — ist ein eingerichteter Raum, in dem Abläufe nachgestellt und ausprobiert werden, ohne dass der laufende Betrieb gestört wird.

Beispiel:
Schulungen zu Lean scheitern selten am Wissen. Sie scheitern daran, dass die Teilnehmer es nie selbst getan haben.
In einem Lean Lab steht ein nachgestellter Ablauf: ein paar Tische, Material, Behälter, Karten, eine Uhr. Eine Gruppe spielt eine Runde, misst Durchlaufzeit und Bestand, ändert eine Sache und spielt erneut.
Der Erkenntnisgewinn steckt im Vergleich der Runden. In der ersten Runde entstehen Stapel und Wartezeiten, in der dritten laufen dieselben Aufgaben in einem Bruchteil der Zeit — ohne dass jemand schneller gearbeitet hätte.
Der zweite Zweck ist das Ausprobieren echter Änderungen. Bevor eine neue Anordnung im Betrieb aufgebaut wird, wird sie hier durchgespielt.
Ein Lean Lab braucht keinen eigenen Neubau. Ein selten genutzter Besprechungsraum mit Tischen, Kisten und einem Vorrat an Karten reicht für den Anfang.
Vorteile:
+ wer den Unterschied selbst erlebt hat, braucht keine Überzeugungsarbeit mehr — das ist der Unterschied zu jeder Präsentation über dasselbe Thema
+ Fehlversuche kosten hier nichts: Im Betrieb kostet dieselbe Erkenntnis Material, Zeit und Erklärungen
Hinweise:
Ein Raum allein tut nichts. Ohne festes Spiel, feste Messung und jemanden, der anleitet, wird daraus ein Abstellraum mit Bastelmaterial.
Der nachgestellte Ablauf sollte dem eigenen ähneln, aber nicht gleichen. Zu genaue Nachbildung führt dazu, dass über Einzelheiten gestritten wird statt über das Prinzip.
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